ISENHAGENER LAND
Nördlicher Landkreis Gifhorn

BRIEFMARATHON 2018

Im Dezember 2018 hat die Schülergruppe sich am Briefmarathon beteiligt. Insgesamt wurden 52 Briefe für vier Menschenrechtsverteidigerinnen versendet.

Atena Daemi (Iran), Vitalina Koval (Ukraine), Nonhle Mbuthuma (Südafrika), Geraldine Chacón (Venezuela)

TAG DER MENSCHENRECHTE 2018

Am 10. Dezember 1948 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte beschlossen. In Erinnerung an diese Erklärung wird alljährlich am 10. Dezember der „Internationale Tag der Menschenrechte“ begangen“. In diesem Jahr wird die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte 70 Jahre alt.

Wir haben vom 10. bis 12. Dezember drei Tage lang, jeweils von Sonnenauf- bis -untergang für die Menschenrechte unsere Fahne hochgehalten, Interessierte über unsere Arbeit informiert und für den Briefmarathon geworben.

Auf den Fotos sehen Sie unseren Stand bei Sonnenschein, bei trübem Wetter und im Regen. Außerdem im Bild: die Bürgermeisterin von Sprakensehl, Christiane Fromhagen, die unsere Aktion unterstützt hat.

Wir danken auch Astrid Frohloff, Hans Pleschinski und Tobias Hanf, die uns zur unserer Aktion Grußworte geschickt haben.

Astrid Frohloff: Viele Jahre lebten wir in dem festen Glauben, unsere Demokratie und ihre Werte in Deutschland seien unumstößlich. Diese Gewissheit hat tiefe Risse bekommen. In Deutschland und Europa erstarken rechtspopulistische Strömungen und Parteien, die den Staat und demokratische Werte infragestellen. Auch wir Medien erleben Anfeindungen wie nie zuvor. Das hohe Gut der Presse- und Meinungsfreiheit – ein Grundpfeiler unserer Demokratie – wird von Rechtspopulisten attackiert, unsere Unabhängigkeit infrage gestellt. Die Menschenrechtsorganisation „Reporter ohne Grenzen“ beobachtet, dass sich die Lage der Pressefreiheit in keiner anderen Region der Welt im vergangenen Jahr so stark verschlechterte wie in Europa. Insbesondere in der Türkei, aber auch in Ungarn und Polen werden kritische Medien unverhohlen als Feinde dargestellt. Demokratien leben jedoch von öffentlicher Debatte und Kritik. Wer gegen unbequeme Journalisten hetzt und die Glaubwürdigkeit der Medien pauschal in Zweifel zieht, zerstört bewusst die Grundlagen einer demokratischen Gesellschaft. Es ist hohe Zeit, sich bewusst zu machen, was auf dem Spiel steht. Wir müssen uns für unsere demokratischen Werte und für die Menschenrechte noch stärker machen als bisher und deutlicher Flagge zeigen. Der 10. Dezember bietet dazu Gelegenheit. Auf diesen Tag genau vor 70 Jahren wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte beschlossen. Eine kostbare Errungenschaft! Ihr erster Artikel bestätigt uns das Wichtigste überhaupt: Alle Menschen sind frei und gleich in ihrer Würde und ihren Rechten. Dies müssen wir verteidigen.
Astrid Frohloff ist ARD-Fernsehmoderatorin, ehem. Vorstand „Reporter ohne Grenzen“ und Gründungsmitglied unserer Amnesty-Gruppe.

Tobias Hanf: „Die Würde des Menschen ist tastbar…“ pflegte ein Onkel von mir früher mit verschmitztem Grinsen zu sagen. Als Kind verstand ich natürlich nur Bahnhof. Trotzdem war dieses ironisch verdrehte Wortspiel meine erste Begegnung mit dem vielleicht wichtigsten Artikel unseres Grundgesetzes, Artikel 1 unserer Verfassung, dessen unglaubliche Bedeutung mir erst später bewusst wurde. Er fußt auf einem zutiefst menschlichen Grundprinzip, das uns von allen anderen Lebewesen unterscheidet, die vordringlich dem darwinistischen Überlebenskampf unterworfen sind. Dieses bedeutet, dass Solidarität und Mitgefühl den Umgang der Menschen miteinander prägen sollten. Für mich gehört diese ethische Setzung zu den größten Errungenschaften unserer Spezies. Dass überhaupt Menschen im Laufe ihrer Geschichte zu so einer Überzeugung gefunden haben, die sich in der Verkündung der Menschenrechte vor 70 Jahren manifestiert hat, macht mich froh und stolz. Einerseits. Andererseits macht es mich wütend, dass weltweit dieses Prinzip in vielfältiger Weise mit Füßen getreten wird. In der gesamten Menschheitsgeschichte – bis heute. Und ich fürchte, Menschenrechtsverletzungen, Gewalt, Rassismus, Diskriminierung oder die Verwehrung von Grundrechten, wie z.B. auf Asyl, werden andauern, solange Menschen existieren. Umso wichtiger, dass es Organisationen wie Amnesty International gibt, die überall auf der Welt und in mannigfaltiger Weise für die Menschenrechte kämpfen! Ich bewundere den Idealismus und die Kraft der Mitglieder und Aktivisten, für das Gute einzustehen und zu kämpfen. Nicht wegzuschauen. Sich einzusetzen. Flagge zu zeigen. Solange es solche Menschen gibt, bleibt Hoffnung auf dieser Welt! Tobias Hanf ist Mitglied der A-cappella-Comedy-Gruppe LaLeLu.

Hans Pleschinski: Amnesty International ist ein Gewissen der Welt. Wo Staaten, Behörden, Menschen versagen, meldet sich Amnesty International und rüttelt tatkräftig auf: Hilf den Verfolgten und Geschundenen, damit Du ruhig schlafen kannst. Tue Gutes, damit auch Dir im Notfall Gutes getan wird! Dann kannst Du als verantwortungsbewusster Mensch mit freiem Blick in die Welt schauen. Alles Wohl auf Erden beruht auf dem schlichten Gebot: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst. Wer hilft, kann sich selbst achten. Wer Geschundenen hilft, bringt Tyrannen ins Wanken und baut mit an einer gerechten Welt. Für mehr Licht in der Welt, wirkt mein Schriftstellerverband P.E.N. und wirkt Amnesty International. Ich bin froh, dass es beides gibt.
Hans Pleschinski ist Schriftsteller.

FREIHEIT FÜR OLEG SENTSOV!

Im Sommer 2017 hat sich die Amnesty-Schülergruppe des Gymnasiums Hankensbüttel für die Freilassung des ukrainischen Regisseurs Oleg Sentsov eingesetzt. Als prominente Fürsprechering konnte die Gruppe die Bürgermeisterin von Sprakensehl, Christiane Fromhagen, gewinnen.

BÜCHERFLOHMARKT

Wir sind schon seit Langem jedes Jahr auf dem Bücherflohmarkt in Steinhorst präsent, um Spenden zu sammeln, Appellbriefe zu verteilen und präsent zu sein.

ERINNERUNG AN RADU FILIPESCU

6. November 2015, Informationsveranstaltung Amnesty International Gruppe Isenhagener Land, Beginn 19:00 Uhr, Mensa Gymnasium Hankensbüttel, Eintritt frei

Die Amnesty International Gruppe Isenhagener Land lädt anlässlich ihres 30jährigen selbstständigen Bestehens zu einem Informationsabend am Freitag, den 06. November 2015, ein. Die Veranstaltung findet in der Mensa des Gymnasiums Hankensbüttel statt, Beginn 19:00 Uhr, Eintritt frei.

Zum Thema „Wahrung der Menschenrechte“ – das zentrale Anliegen von Amnesty International weltweit – ist viel geschehen, vieles hat sich geändert, vieles nicht und, mit Blick auf den aktuellen Flüchtlingsstrom, stehen neue große Herausforderungen an. Nur allein die politische Situation zu Zeiten der Diktatur von Nicolae Ceaușescu betrachtend, stellt sich die Frage, sind wirklich Grenzen der Herausforderung erreicht?

Im Mittelpunkt der Veranstaltung der Amnesty International Gruppe Isenhagener, zu der jeder Interessierte sehr herzlich eingeladen ist, steht daher der erste Fall, den die Isenhagener Gruppe mitbetreut hat, der Widerstand des Radu Filipescu, der sich als junger Mann mittels Flugblattaktionen für die Veränderung der Verhältnisse im damaligen Rumänien, das unter der Diktatur von Ceaușescu stand, engagierte. Hierfür wurde er zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Nach drei Jahren Haft in den Gefängnissen wurde Radu Filipescu auf internationalen Druck von Nichtregierungsorganisationen wie z. B. Amnesty International vorzeitig entlassen.

Vorgetragen wird die bewegende Geschichte des Radu Filipescu von Frau Frauke Hinrichs-Keller, wobei Verhörsituationen, unter Mitwirkung der Amnesty-Schülergruppe Hankensbüttel, nachge-stellt werden. Jürgen Rohde, einer der Initiatoren der Amnesty International Gruppe Isenhagener Land, wird einen

Einblick über die Anfänge dieser Gruppe und ihre Aktivitäten vermitteln. Für den musikalischen Rahmen konnten Claudia und Martin Kasprzyck, gewonnen werden.

FLUCHT UND ASYL

Als im Jahr 2015 über eine Million Flüchtlingen aus Syrien und anderen Ländern nach Deutschland kamen, mussten viele Menschen aus Südosteuropa, die bis dahin aus humanitären Gründen geduldet worden waren, gehen, wenn sie aus sogenannten „sicheren Herkunftsländern“ kamen.

Die Schülergruppe machte Umfragen auf dem Schulhof und im Ort, um herauszufinden, was die Menschen über dieses Thema wissen. Es entstand aus einer Zusammenarbeit mit der Medienwerkstatt auch ein kleiner Film. Die Ergebnisse ihrer Nachforschungen und Informationen zum Thema präsentierten die Schüler dann den Oberstufenjahrgängen. Anschließend unterzeichneten viele Schüler einen Appellbrief an die Bundeskanzlerin.

TAG DER MENSCHENRECHTE 2014 UND „REPORTER OHNE GRENZEN“